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361/366: Im Garten von Frau Slama hat die Wende begonnen

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Die „Meilensteine des Widerstandes“ gegen die B3 fasst dieses Flugblatt des gr├╝nen Rathausklubs in Wien zusammen – die erw├Ąhnte Frau (Maria) Slama war eine engagierte Kleing├Ąrtnerin.


B3 vorbei? Flugblatt der Floridsdorfer Gr├╝nen (Gr├╝nes Archiv, Archiv Gerhard Jordan)
B3 vorbei? Flugblatt des gr├╝nen Rathausklubs (Gr├╝nes Archiv, Archiv Gerhard Jordan)

23. Februar 1973: Der Wiener Gemeinderat beschlie├čt den Fl├Ąchenwidmungsplan Nr. 5212, der eine neue Trasse der B3 zwischen Br├╝nnerstra├če und Donaufelderstra├če, quer durch eine Kleingartenanlage, enth├Ąlt.

Ab 1983: Der erste Widerstand von B├╝rgerinnen – zun├Ąchst getragen vom Kleingartenverein Donaufeld und der Hausgemeinschaft der neuen Wohnanlage T├Âllergasse 42 – beginnt mit Briefwechseln und Vorsprachen bei Politikern.

1987: In der Donaustadt, nahe der Bezirksgrenze zu Floridsdorf, entsteht die „Siedlergemeinschaft gegen die B3″.

13. April 1989: Das Wirtschaftsministerium verordnet laut ┬ž4 Bundesstra├čengesetz den neuen Verlauf der B3.

19. JULI 1989: Erster ├Âffentlicher ÔÇ×Lokalaugenschein“ von B3-Gegnerinnen (weitere finden u.a.1991,1992 und 1996 statt). 1989/91: Antr├Ąge von Gr├╝n – Bezirksrat Gerhard Jordan in der Floridsdorfer Bezirksvertretung auf Verkehrsberuhigung des Bezirkszentrums ohne Bau neuer Stra├čen, auf Einf├╝hrung eines Durchfahrverbots f├╝r LKW mit ├╝ber 3,5 Tonnen Gewicht in den Stra├čenz├╝gen Hermann-Bahr-Stra├če, Angererstra├če und Patrizi-gasse sowie auf ein ├ťberdenken der B3 wegen der geplanten Stadterweiterung im Donaufeld werden von SP├ľ, ├ľVP und FP├ľ abgelehnt.

30. November 1992: Er├Âffnung des vierspurigen B3 – Teilst├╝cks zwischen Br├╝nnerstra├če und Leopoldauerstra├če. Am Rande demonstrieren B├╝rgerinnern gegen den Weiterbau.

B3 - Meilensteine des Widerstandes.
B3 – Meilensteine des Widerstandes.

26. Februar 1993: Im „B├╝rgerforum Floridsdorf / Donaustadt STOPPT DIE B3!“ schlie├čen sich der Kleingartenverein Donaufeld, die Hausgemeinschaft T├Âllergasse 42, der Siedlerverein „Edelsteinsiedlung“ (alle 21. Bezirk) und die Siedlergemeinschaft gegen die B3 (22. Bezirk) zusammen. Sp├Ąter kommen dazu: die Wohnanlage Satzingerweg 49 (bezogen 1995) und Carminweg 6 (bezogen 1997) im 21. und die „Vienna International School“ im 22. Bezirk.

1. Juli 1993: Demonstration gegen die B3 von der U1-Endstelle Kargan zum Donaust├Ądter Amtshaus (Kundgebungen bzw. Feste finden auch am 24. September 1993 im Gasthaus Paireder, am 15. April 1994 beim Rathaus und am 2. Oktober 1996 auf dem Franz-Jonas-Platz statt).

Sommer 1993: Univ.-Prof. Hermann Knoflacher (TU Wien) und das ├ľkologie-Institut ├╝ben in ausf├╝hrlichen Stellungsnahmen Kritik an den der B3-Planung zugrundeliegenden Gutachten.

Anfang Februar 1995: Das Enteignungsverfahren gegen f├╝nf Grundbesitzerinnen auf dem Klemmweg (Maria Slama, Heribert Majsler, Leopoldine Blaschek, Paula Panagl, Stefanie Nitsch) wird eingeleitet, Rechtsanwalt Dr. Thomas Prader bringt im Namen der Betroffenen umfangreiche Einwendungen ein. Die tapferen Kleing├Ąrtnerinnen werden von Gr├╝n-Gemeinderat Dr. Peter Pilz am 9. M├Ąrz 1995 im Rahmen einer Feier im Rathaus gew├╝rdigt.

Alternativen zur B3.
Alternativen zur B3.

Sommer 1997: Das B├╝rgerforum Floridsdorf / Donaustadt sammelt ├╝ber 2100 Einwendungen gegen die Fl├Ąchenwidmungsplan-Entw├╝rfe Nr. 7005 und 7006, die das Gebiet um die B3-Trasse im Donaufeld betreffen, und ├╝bergibt diese am 3. Juli 1997 der MA 21C. Im Auflageverfahren waren auch kritische Stellungnahmen zur B3 von der Wiener Umweltanwaltschaft und von der „Wohnbauvereinigung der Privatangestellten“, die die Anlage Carminweg 6 errichtet, abgegeben worden. Am 29. September 1997 werden die Plandokumente im Gemeinderat gegen die Stimmen der Gr├╝nen, LIF und FP├ľ beschlossen.

11. September 1997: Planungsstadtrat Dr. Bernhard G├Ârg (├ľVP) besucht auf Einladung des B├╝rgerforums die Kleing├Ąrten an der geplanten Trasse. Am 13. Oktober 1997 verk├╝ndet er in einer TV-Sendung, die G├Ąrten w├╝rden vorl├Ąufig nicht gerodet.

6. Oktober 1997: Das Wirtschaftsministerium weist die Berufung der Kleing├Ąrtnerinnen gegen den Entscheidungsbescheid der MA 64 zur├╝ck.

10. November 1997: Rechtsanwalt Dr. Prader bringt im Namen der Frau Slama beim Verwaltungsgerichtshof eine Beschwerde gegen die B3 – Trassenverordnung aus dem Jahr 1989 ein und stellt gleichzeitig den Antrag auf Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung.

23. J├Ąnner 1998: Der Verfassungsgerichtshof lehnt die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegen die B3 – Trassenverordnung wegen „zwingender ├Âffentlicher Interessen“ ab.

2. M├Ąrz 1998: Am Morgen erscheinen Beamte der MA 28 auf dem Klemmweg, um Maria Slama, Heribert Majsler, Leopoldine Blaschek und Paula Panagl die Schl├╝ssel zu ihren G├Ąrten abzunehmen. Alle verweigern die ├ťbergabe. Mehrere hundert Anrainerinnen und B3-Gegnerinnen sind anwesend, um sich mit den Kleing├ĄrtnerInnen zu solidarisieren. Ein Abwarten der Entscheidung des VfGH und Gespr├Ąche mit B├╝rgermeister H├Ąupl und Stadtrat G├Ârg werden gefordert.

4. M├Ąrz 1998: Die gr├╝nen Gemeinder├Ąte [Peter] Pilz und [G├╝nter] Kenesei sowie Bezirksrat [Gerhard] Jordan erreichen in einem Verhandlungsgespr├Ąch mit Stadtrat G├Ârg und zust├Ąndigen Beamten einen vierw├Âchigen Baustopp. Am Tag darauf k├╝ndigt Stadtrat G├Ârg in einer Pressekonferenz an, Alternativvarianten zur B3 gemeinsam mit den B├╝rgerinnen zu pr├╝fen.

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