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185/366: Madeleine Petrovic, der gute Mensch von Döbling

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Madeleine Petrovic.
Madeleine Petrovic.

Madeleine Petrovic feierte vor kurzem ihren 60. Geburtstag. Zu diesem Anlass bringen wir heute das Portrait „Der gute Mensch von Döbling“, das Jürgen Brües 1993 für die Zeitschrift „Impuls grün“ verfasst hat. Petrovic „verkörpert wie kein anderes Mitglied der alternativen Parteispitze das Bild der grünen Politikerin der neunziger Jahre: Intelligent und dabei ohne Arroganz, kompromißfähig und trotzdem grundsatztreu, in Sachfragen kompetent und emotional engagiert“.


//zitat// Ein Jahr vor der Nationalratswahl ist die Lage der Grünen ernst, aber nicht hoffnungslos. Die Hoffnungen ruhen auf der Madeleine Petrovic.

Michael Graff, derzeit medienverwöhnter Querkopf der Volkspartei, ist voll des Lobes über die Frau, die ihn als Anwalt für die Verfassungsklage gegen das Aufenthaltsgesetz engagieren wollte: „Sie imponiert mir außerordentlich. Ich habe noch nie eine Person gesehen, die zu so vielen Materien fundiert Stellung nehmen konnte. Besonders imponiert, obwohl letztendlich natürlich auch gelangweilt, hat mich ihre Filibusterrede. Aber auch da war sie in der siebten Stunde noch besser als mancher Abgeordnete in der ersten Viertelstunde“.

Zu Madeleine Petrovic fällt den Befragten, seien sie Grüne oder Andersfarbige, nur Gutes ein.  Helmut Peter, neoliberaler Wirtschaftstreibender kann sich die „Musterschülerin“ (Falter) als Umweltministerin vorstellen, sein (Ex-)Freund Jörg Haider weiß nichts „Schlechtes über sie zu berichten“. Selbst der freiheitliche Tankwart Meischberger grüßt sie auf den langen Parlamentsgängen viel „lieber als den Voggenhuber“.

Günter Nenning, der wandelbare und verwandelte „Ex-Auhirsch“ (Trend), der heute gern mit Haider und Krenn debattiert, findet warme Worte für die Aufsteigerin: „Sie ist lieb, jung und hübsch, und sie wird es bei den Grünen noch ganz nach oben schaffen“.

Gesagt, getan. Im Juni designiert sie der Erweiterte Bundesvorstand einstimmig zur Spitzenkandidatin für die kommende Nationalratswahl; der Bundeskongreß vierzehn Tage vor Weihnachten wird Madeleine Petrovic wohl eine Bestätigung jenseits der 90%-Marke bescheren. Daß ihr von Parteikolleginnen Rosen gestreut werden, verwundert nicht. Verkehrssprecher Rudi Anschober kennt „keine Politikerin, bei der Theorie und Praxis so übereinstimmen“. Und für Peter Pilz ist sie „fast zu gut für die Politik.“

Madeleine Petrovic am Cover von Impuls Grün.
Madeleine Petrovic am Cover von Impuls Grün.

Der gute Mensch aus Döbling, jetzt wohnhaft in Hietzing. Tochter eines Fuhrunternehmers und einer Verkehrsreferentin der Bundeswirtschaftskammer, verheiratet mit einem kroatischen Mann und Mutter zweier Töchter, verkörpert wie kein anderes Mitglied der alternativen Parteispitze das Bild der grünen Politikerin der neunziger Jahre: Intelligent und dabei ohne Arroganz, kompromißfähig und trotzdem grundsatztreu, in Sachfragen kompetent und emotional engagiert. „Sie ist der menschlichste Mensch. dem ich je begegnet bin“, sagt Terezija Stoisits.

Eine Eigenschaft, die in der Politik, zumal in der Opposition, nicht nur positiv gesehen wird. Sozialsprecher Franz Floss hält Petrovic zwar „für das beste personelle Angebot, das wir den WählerInnen präsentieren können“, vermißt allerdings im Sinne „einer harten und konsequenten Opposition“ eine gewisse Schärfe im öffentlichen Auftreten. „Die Grünen dürfen nicht nur die ‚Ach-wie-nett-Partie‘ werden“, fürchtet auch Pius Strobl ein zu freundliches Image. Parteisprecher Peter Pilz wird somit [die Rolle] des radikalen Verbalartisten zufallen. So sieht es auch die Kandidatin: „Menschen und der Stil des Angriffs haben nicht ausgedient. Manchmal ist absolut angesagt, eine Breitseite loszulassen“.  //zitatende//


Zum Weiterlesen: Download des gesamten Artikels: 185-madeleine-petrovic-artikel (PDF, 6 MB)

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