Die deutsche Heinrich Böll Stiftung hat eine vergleichende Analyse von Mitte-links-Erfolgen in Europa und Nordamerika veröffentlicht. Die Wissenschaftler und Autoren gehen der Frage nach ob Mitte-Links in Zeiten von Populismus, affektiver Polarisierung und autoritären Tendenzen noch Wahlen gewinnen können. Dabei untersuchten sie sieben jüngere Wahlerfolge auf Gemeinsamkeiten und besondere Erfolgskriterien: u.a. Cem Özdemir in Baden-Württemberg, Mark Carney in Kanada, Zohran Mamdani in New York City oder Sisse Marie Welling in Kopenhagen. Dabei habe nicht die ideologische Mobilisierung des eigenen Lagers den Ausschlag gegeben, sondern eine Kombination aus personeller Glaubwürdigkeit und konsequentem Fokus auf die oft materiellen, stets aber sehr konkret benannten Alltagssorgen der Wähler:innen. Erfolgreiche Mitte-links-Akteur:innen grenzten sich klar von autoritären und rechtspopulistischen Kräften ab und zerrieben sich nicht in identitätspolitischen Debatten. Jede Wahl ist natürlich anders, aber Muster seien erkennbar und erklärten, wie die vorgestellten Wahlen gewonnen wurden.