[headertextyellowkalender]

229/366: Das erste grüne Landwirtschaftsprogramm

0

Beitrag Teilen

Grünes Landwirtschaftsprogramm der Liste Freda Meissner-Blau.
Grünes Landwirtschaftsprogramm der Liste Freda Meissner-Blau (Grünes Archiv).

Das erste grüne Landwirtschaftsprogramm stammt von der Liste Freda Meissner-Blau. Es ist nicht datiert, aber vermutlich für die Nationalratswahl 1986 verfasst. Wir bringen im Blog die vier allgemeinen Ziele des Programms. Als Fernziel wurde zum Beispiel eine „gesunde, möglichst naturnahe Landwirtschaft“ definiert, die im Jahre 2000 erreicht werden hätte sollen…

Download des gesamten Dokuments: liste-fmb-landwirtschaftsprogramm (PDF, 2,6 MB)


1/1 Eine gesunde, lebensfähige und naturnahe Landwirtschaft soll uns in Übereinstimmung mit der Natur unsere Ernährungsgrundlagen schaffen, ohne die Umwelt zu schädigen. Sie soll uns gesunde Nahrungsmittel bieten, unseren Lebens- und Erholungsraum erhalten und uns vom Ausland möglichst unabhängig machen. Sie soll aber auch dem Bauern, insbesondere dem Mittel- und Kleinbauern, dem Nebenerwerbslandwirt eine lebenswerte Existenz sichern. Er soll (wieder) von seinem landwirtschaftlichen Ertrag leben können. Die Problematik der Landwirtschaft soll im Bewußtsein der gesamten Bevölkerung eine wesentliche Aufwertung erfahren, da der Zustand der Landwirtschaft für alle von größter Bedeutung ist.

Schrittweise Näherung bis zum Jahr 2000

1/2 Fernziel eines grünen Landwirtschaftsprogrammes ist eine gesunde, möglichst naturnahe Landwirtschaft. Um dies zu erreichen, ist es notwendig, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen so zu setzen, daß sich die heutige Landwirtschaft schrittweise diesem Ziel nähert und es etwa im Jahre 2000 erreicht.

Neuordnung der Landwirtschaftspolitik

1/3 Dazu bedarf es einer grundlegenden Neuordnung der gesamten Landwirtschaftspolitik — auch in bezug auf die Gesamtgesellschaft. Es muß eine echt bäuerliche, naturnahe Landwirtschaft ohne industrielle Massenproduktion und ohne sinnlose Überproduktion geben. Dem Bauern, Gärtner, Weinbauern usw. muß ein gerechtes, gesichertes Einkommen (auch bei geringerer Bodenfläche) zustehen und dem Verbraucher gesunde, wertvolle Nahrung in breiter Vielfalt zur Verfügung stehen.

Befreiung aus der Abhängigkeit

1/4 Der Bauer soll aus den Abhängigkeiten von Monopolen, Großvermarktungskonzernen und dem Grünen Riesen befreit werden. Er soll aus der Anonymität heraustreten und in direktem Kontakt mit dem Verbraucher seine Produkte selbst verkaufen können. Das ergibt eine direkte Anpassung an die Verbraucherwünsche, eine ausgewogene Erzeugung, Rückkoppelung und Anerkennung. In gemeinsamer Anstrengung aller Beteiligten lassen sich die derzeit katastrophalen Zustände mit neuen Ideen, besseren Argumenten und mit gutem Beispiel überwinden. Bei gesunder, naturgemäßer Nutzung unserer natürlichen Grundlagen ist eine Gesundung sehr wohl möglich!

Newsletter Anmeldung

[respond_formx id=newsletter]