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365/366: Anti-Draken-Demo in Graz am 13. Juni 1987

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Am 21. Mai 1985 wurde der Kaufvertrag ├╝ber die Draken, schwedische Abfangj├Ąger, abgeschlossen. Im November 1985 erreichte das „Volksbegehren gegen Abfangj├Ąger – f├╝r eine Volksabstimmung“ 18.433 Unterst├╝tzungserkl├Ąrungen. Das Anti-Draken-Volksbegehren im Bundesland Steiermark wurde im M├Ąrz 1986 von 140.817 Personen unterschrieben. Am 6. Juni trafen sechs Jets in Graz-Thalerhof ein, am 13. Juni 1987 fand in Graz eine Demonstration gegen die Stationierung der Draken statt.

In der „Schwarzen Distel„, der Zeitschrift der anarchistischen Gruppe „Revolutionsbr├Ąuhof„, erschien der folgende Beitrag ├╝ber die Anti-Draken-Demo in Graz. Die Aktivit├Ąten der ├Âsterreichischen Friedensbewegung wurden als wenig zielf├╝hrend gesehen.


Text ├╝ber die Draken aus der "Schwarzen Distel", der Zeitschrift des Revolutionsbr├Ąuhofs.
Text ├╝ber die Anti-Draken-Demo aus der „Schwarzen Distel“, der Zeitschrift des Revolutionsbr├Ąuhofs.

Die Anti-Drakendemo in Graz ist genauso abgelaufen, wie wir es bef├╝rchtet hatten; ein Zeichen daf├╝r, da├č es sowas wie Widerstand gegen unannehmbare Lebensumst├Ąnde in diesem ├ľsterreich kaum gibt. Scheinbar sind die Erfahrungen der Friedensbewegungen in der BRD nicht bis ├ľsterreich durchgedrungen – die Wirkungslosigkeit von volksfestartigen Samstagnachmittagsspazierg├Ąngen durch Innenst├Ądte. Noch immer wird erhofft, da├č diejenigen, die uns beschei├čen und ausquetschen auf Bittgesuche, auf erniedrigende Demutsbekundungen hin, sich von ihren Vorhaben abbringen lassen.

Und dies eben zeigt auch. da├č hier grunds├Ątzliche Auffassungsunterschiede zwischen Anarchisten und Teilen der Anti-Abfangj├Ągerbewegung gibt. Es wird an den Staat ├ľsterreich appeliert, keine Abfangj├Ąger zu kaufen, sondern das Geld, das er vorher den Arbeitenden abgekn├Âpft hat, in deren Sinne einzusetzen; als ob die Aufgabe h├Ątte, sich um das Wohl seiner B├╝rger zu k├╝mmern. Es wird behauptet. da├č ├ľsterreich keine Abfangj├Ąger braucht. DAS IST FALSCH!!! Jeder Staat braucht ausreichende Gewaltmittel, um sich gegen Bedrohungen von innen und au├čen zu verteidigen; der Staat beansprucht nun einmal das Gewaltmonopol f├╝r sich und wird sich mit all den Mittel versorgen, die er f├╝r n├Âtig h├Ąlt. Ein weiterer Grund, warum ├ľsterreich Abfangj├Ąger braucht ist, da├č ├ľsterreich in die Nato-Strategie gegen den Osten eingebunden ist, und eben seinen aliquoten Teil zur Verteidigung der freien Welt zu leisten hat; auch, wenn sie am Dnjepr verteidigt wird!

Die Abfangj├Ąger sind also ein Teil von ├ľsterreich, genauso, wie pr├╝gelnde Bullen, die Unterst├╝tzung faschistischer Regime in der nichtindustrialisierten Welt, Sozialabbau, Massenarbeitslosigkeit, Umweltzerst├Ârung usw..

Widerstand gegen Abfangj├Ąger mu├č also eingebunden sein in einem Kampf gegen ├ľsterreich, gegen Militarismus als Eigenschaft der Staatlichkeit ├╝berhaupt. Die J├Ąger sind nicht der verquorene Wunsch einiger spleeniger Milit├Ąrs, sondern die Bereitschaftserkl├Ąrung dieses Staates am Krieg f├╝r den Kapitalismus teilnehmen zu wollen! […]

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